Bestände Sondersammlungen
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Bestände Sondersammlungen

Bestände der Sondersammlungen

Die Anfänge der Universitätsbibliothek reichen bis in das Mittelalter zurück – bereits im 15. Jahrhundert werden Bücher "ad librariam Artistarum in Rostock" gewidmet. Die Universitätsbibliothek Rostock ist damit die älteste Hochschulbibliothek Norddeutschlands.

Im Michaeliskloster befindet sich die Abteilung Sondersammlungen mit ihren kostbaren Handschriften, Alten Drucken, Rara, Judaica, Musikalien, graphischen Sammlungen sowie Nachlässen, Spezialsammlungen und historischen Bibliotheken. Ihre Erhaltung wird jedes Jahr durch zahlreiche Buchpaten unterstützt.

Die digitalen historischen Sammlungen der Universitätsbibliothek und weiterer Einrichtungen aus Mecklenburg-Vorpommern finden Sie auf dem Rostocker Dokumentenserver, der laufend ergänzt wird.

Handschriften und Nachlässe

Handschriften

Die Universitätsbibliothek besitzt insgesamt ca. 3.000 Handschriften, darunter zahlreiche Sammelbände und umfangreiche Briefkonvolute. Einen Schwerpunkt bilden Mecklenburgica des 17. und 18. Jahrhunderts. Zur Gruppe der mittelalterlichen Handschriften gehören fast 90 Manuskriptbände und mehr als 330 Fragmente, aus dem 16. Jahrhundert stammen 100 abendländische Handschriften. Von den insgesamt ca. 80 niederdeutschen Handschriften stammen etwa 50 aus dem Mittelalter, davon 24 in der Gruppe der Fragmente. Eine weitere wichtige Bestandsgruppe stellen ca. 190 orientalische Handschriften in verschiedenen Sprachen dar.

Kataloge: Heydeck, Kurt: Die mittelalterlichen Handschriften der Universitätsbibliothek Rostock. Wiesbaden 2001 bzw. online; Korrekturblatt und Beschreibungen neu aufgefundener Fragmente: Corrigenda et Addenda. Ergänzungsmeldungen zum Korrekturblatt senden Sie bitte an: .

Der handschriftliche alphabetische Katalog der neuzeitlichen Handschriften ist als Imagekatalog online zugänglich. Spezielle Verzeichnisse sind in der Abteilung Sondersammlungen einzusehen. Ein Mikrofilm des systematischen Bandkataloges, der im 19. Jahrhundert begonnen wurde, kann leihweise zur Verfügung gestellt werden.

Nachlässe

Zur Handschriftensammlung gehören auch ca. 20 Nachlässe, darunter eine Gruppe von Teilnachlässen niederdeutscher Schriftsteller. Eine Liste finden Sie hier. Etwa 30 weitere Nachlässe sind bisher zwar vorgeordnet, jedoch noch nicht erschlossen und auch nicht in die Zahl der 3.000 Bestandseinheiten einbezogen.

Die Nachlässe sind zum Teil in den Bandkatalogen und im Alphabetischen Handschriftenkatalog verzeichnet; im Jahr 2013 begann die Universitätsbibliothek Rostock die Erschließung im Kalliope-Portal.

In Kalliope verzeichnet und in der Digitalen Bibliothek online verfügbar sind Stücke aus dem Nachlass des großen Philosophen Immanuel Kant (1724-1804). Die Universitätsbibliothek Rostock ist „die umfangreichste Fundstelle auf deutschem Boden für eigenhändige Manuskripte Kants“ (Stark, Werner: Nachforschungen zu Briefen und Handschriften Immanuel Kants. Berlin 1993, S. 48).

Der Nachlass der Frauenrechtlerin, Journalistin und Vortragsreisenden Käthe Schirmacher (1865-1930) mit ca. 1.000 Konvoluten einschließlich einer Korrespondenz von ca. 15.000 Briefen liegt im Volltext als Mikrofiche-Ausgabe vor und ist durch ein Verzeichnis auf CD-ROM erschlossen. Im Rahmen eines im Jahre 2018 beendeten Forschungsprojektes an der Universität Wien schirmacherproject.univie.ac.at wurde dieser Nachlass, der eine Fundgrube für vielfältige Themen darstellt, intensiv genutzt.

Von besonderer Bedeutung ist des Weiteren der Nachlass des Orientalisten und Bibliothekars Oluf Gerhard Tychsen (1734-1815), der im Rahmen eines DFG-Projektes in Kalliope verzeichnet und vollständig digitalisiert  wird. Neben den im Rahmen dieses Projektes erschlossenen Handschriften und anderen Materialien gehören zum Nachlass Tychsen auch eine Münzsammlung, die heute Teil des Akademischen Münzkabinetts ist, sowie die aus über 10.000 Bänden bestehende Privatbibliothek mit zahlreichen seltenen Drucken.

Depositum Uwe Johnson-Archiv

Das Uwe Johnson-Archiv (UJA) wird als Depositum der Johannes und Annitta Fries-Stiftung in der Universitätsbibliothek Rostock aufbewahrt und für die wissenschaftliche Nutzung im Leseraum der Abteilung Sondersammlungen bereitgestellt. Zum UJA gehören die Bibliothek des Schriftstellers und sein handschriftlicher Nachlass mit Werkmanuskripten, Briefen, Lebensdokumenten, Fotos, Zeitungsausschnitten und anderen Materialien. Die Nutzungsbedingungen finden Sie hier.

Eine Übersicht über die Bibliothek des Schriftstellers, bestehend aus Arbeitsbibliothek (BA) und Privatbibliothek (BP), ergänzt durch Belegexemplare und Forschungsliteratur (BF),  finden Sie im Katalog.

Der Nachlass ist im Kalliope-Portal nachgewiesen.

Für Bestellungen und Anfragen zum Nachlass kontaktieren Sie bitte die Uwe Johnson – Forschungsstelle.

Depositum Nachlass Konrad Wallerstein

Zum Nachlass des Gesangslehrers und Komponisten Konrad Wallerstein (1879-1944) gehören Lebenserinnerungen, eine Komposition und zwei Bücher. Im Herbst 2013 verfügte Hanna Orsten (geb. Wallerstein), Tochter des Komponisten, die Übergabe der Dokumente  an das Zentrum für Verfemte Musik der Hochschule für Musik und Theater Rostock. Seit Juli 2017 wird der Bestand als Depositum an der Universitätsbibliothek Rostock aufbewahrt, erschlossen und der Forschung zur Verfügung gestellt.

Katalog und Digitalisate:

Der Nachlass ist im Kalliope-Portal erschlossen.

Einige Stücke aus dem Bestand stehen in Nachlass Konrad Wallerstein digital zur Verfügung.

Alte Drucke

Inkunabeln

Zum Inkunabelbestand gehören 726 Titel, darunter 51 Mehrfachexemplare, 9 Einblattdrucke und 24 Fragmente, überwiegend aus der Zeit zwischen 1480 und 1500. Neben lateinischen Drucken finden sich auch 28 Werke in niederdeutscher, 8 in hebräischer und 5 in griechischer Sprache. Viele Bände sind mit zeitgenössischen Einbänden erhalten. Theologische und juristische Werke machen 70 % des Bestandes aus, die buchkünstlerisch wertvolle Sammlung des Lübecker Vikars Conradus Stenhop umfasst allein 28 juristische Drucke. Beachtlich ist der Bestand aus Rostocker Kloster- und Kirchenbibliotheken, der durch den Kauf der Marienbibliothek im Jahre 1842 in die Universitätsbibliothek gelangte. Seit 2017 gehören auch 36 Titel aus dem Depositum Kirchenbibliothek Friedland zum Inkunabelbestand der Universitätsbibliothek Rostock.

Katalog: Krüger, N.: Die Inkunabeln der Universitätsbibliothek Rostock. Mit den Inkunabeln der Landesbibliothek Mecklenburg-Vorpommern in Schwerin und der Kirchenbibliothek Friedland. Wiesbaden 2003. Der Bestand ist auch in der INKA-Datenbank nachgewiesen.

Drucke des 16. Jahrhunderts

Den Bestand von ca. 11.400 Drucken verdankt die Universitätsbibliothek vor allem verschiedenen herzoglichen Bibliotheken des Landes. Allein die Renaissancebibliothek des Herzogs Johann Albrecht I.zu Mecklenburg (1525–1576), die zu großen Teilen erhalten ist, umfasste über 5.000 Werke. Inhaltliche Schwerpunkte bilden Theologie, Jura und Klassische Philologie. Erwähnt sei auch die beachtliche Sammlung von Reformationsschriften unterschiedlicher Provenienz.

Katalog: Der Bestand ist zum großen Teil durch das DFG-Projekt Retrokonversion im GVK bzw. Katalog nachgewiesen. Der gedruckte Katalog der Bibliothek des Herzogs Johann Albrecht I. kann im Leseraum der Abteilung Sondersammlungen eingesehen werden (Krüger, N.: Die Bibliothek Herzog Johann Albrechts I. von Mecklenburg (1525-1576). 3 Teile. Wiesbaden 2013).

Rara ab 1601

Zur Sammlung Rara, die kontinuierlich aus dem Altbestand der Universitätsbibliothek mit Erscheinungsjahr ab 1601 erweitert wird, gehören u. a. seltene und wertvolle Drucke wie Erstausgaben, illustrierte Werke und Einblattdrucke, weiterhin Mecklenburgica, eine Sammlung von Fragmenten u. a. niederdeutscher Gelegenheitsdrucke und Kalender, Werke des Jugendstils und eine Expressionismus-Sammlung mit ca. 460 Titeln.

Kataloge: Der Bestand bis zum Erscheinungsjahr 1850 ist zu einem großen Teil durch das DFG-Projekt Retrokonversion im GVK bzw. Katalog verzeichnet worden. Für spezielle Bestandsgruppen (z. B. ältere Dissertationen und Programme der Universitäten Rostock und Bützow, Drucke in orientalischen Schriftzeichen) ermöglichen Elektronische Zettelkataloge die alphabetische Recherche. Für die Expressionismus-Sammlung steht ein alphabetischer Zettelkatalog zur Verfügung.

Judaica und Orientalia

Die Bibliothek besitzt ca. 3.500 Judaica vom 15. bis in das 20. Jahrhundert in verschiedenen Sprachen. Dazu zählen ca. 1.000 Hebraica, vollständig oder teilweise in hebräischer Schrift gedruckte Werke, die eine breite Palette hebräischer Druckorte Europas widerspiegeln. Besondere, wenn auch kleine Bestandsgruppen darin sind Inkunabeln und Einblattdrucke. Hervorzuheben sind außerdem die Sammlung zur hebräischen Sprachlehre und etwa 240 jiddische Drucke, darunter ca. 80 Taschenkalender.

Viele Judaica - insbesondere seltenere Hebraica - stammen aus der Bibliothek des Orientalisten Oluf Gerhard Tychsen (1734-1815), etliche Drucke des 16. Jahrhunderts aus der Bibliothek Johann Albrechts I. von Mecklenburg-Schwerin (1525-1576). Andere Bücher wurden für die universitäre Lehre erworben und einige jüngere Drucke gelangten als NS-Raubgut in den Bestand der Universitätsbibliothek.

Auch zahlreiche Stücke in der bemerkenswerten Sammlung von Werken in anderen orientalischen Sprachen, darunter frühe Erzeugnisse orientalischer Druckereien, gehen auf Tychsen zurück. Eine maßgebliche andere Quelle für diesen Bestand ist die Bibliothek des Kunstsammlers, Reisenden und Übersetzers Adolf Friedrich von Schack (1815-1894).

Die Missionstraktate und Bibelübersetzungen zur Bekehrung von Juden, Muslimen und orientalischen Christen aus dem Verlag des Callenbergischen Institutum Judaicum et Muhammedicum (Halle 1728-92) sind in Rostock zu einem großen Teil vorhanden.

Kataloge: Die Judaica und Orientalia bis zum Erscheinungsjahr 1850 in europäischen Sprachen sind weitgehend durch das DFG-Projekt Retrokonversion im GVK bzw. im Katalog verzeichnet worden. Die hebräischen Drucke werden sukzessive für die Katalogdatenbanken erfasst. Der Katalog der jiddischen Drucke (Süß, Hermann; Tröger, Heike: Die altjiddischen (jüdisch-deutschen) Drucke der Universitätsbibliothek Rostock. Erlangen 2003) steht im Leseraum zur Verfügung; der Bestand ist außerdem in den Katalogdatenbanken nachgewiesen. Für die sieben Inkunabeln bzw. Inkunabelfragmente siehe Offenberg, Adriaan K.: Hebrew Incunabula in Public Collections. Niewkoop 1990.

Bibelsammlung Masch

Die Bibelsammlung Masch kam im Jahre 1950 aus dem Bestand der Großherzoglichen und späteren Landesbibliothek Neustrelitz nach Rostock. Sie ist benannt nach dem Theologen Andreas Gottlieb Masch (1724–1807), der einen großen Teil der ca. 480 Titel zusammentrug. Diese Sammlung ergänzt den recht umfangreichen Universitätsbestand an Bibeldrucken durch seltene Ausgaben in vielen Sprachen.

Kataloge: Catalog der Großherzoglichen Bibliothek in Neustrelitz. I. Abtheilung. Neustrelitz 1862 (zu Bibeln siehe vor allem S. 278-317; präzisiert in einem Dienstkatalog); Katalog der hebräischen Bibeldrucke aus der Sammlung Masch. Rostock 1992 (als Manuskript gedruckt)

Goethe- und Schiller-Sammlung

Die Goethe- und Schiller-Sammlung des Vizekanzlers der Universität Rostock Karl-Friedrich von Both (1789–1875) umfasst etwa 900 Titel, darunter zahlreiche Erstausgaben, hinzu kommen Werke über Goethe und Schiller sowie Weimariana, Ausschnitte aus Tageszeitungen und Zeitschriften.

Katalog: Der Buchbestand ist im GVK bzw. Katalog nachgewiesen, ein handschriftlicher Bandkatalog des 19. Jahrhunderts ermöglicht darüber hinaus auch Zugang zu den Zeitungsausschnitten und anderen kleinen Sammlungsstücken.

Deposita Historische Kirchenbibliotheken

Seit 2017 gibt es an der Universitätsbibliothek Rostock das Depot  Historische Kirchenbibliotheken. 12 Sammlungen aus Kirchen Mecklenburgs, die vorher im Depot des Landeskirchlichen Archivs in der Nikolaikirche Rostock eingelagert waren, wurden als Deposita in den Bestand der Universitätsbibliothek Rostock aufgenommen und stehen hier für Wissenschaft und Forschung zur Verfügung. Dabei handelt es sich um die Sammlungen aus Bellin-Zehna, Friedland, Hanstorf, Jördenstorf, Lübz, Kirch Mulsow, Kloster Malchow, Malchin, Polchow, Recknitz,  Teschendorf und Zarrentin mit 1.183 Bänden aus dem 15. bis 20. Jahrhundert.  

Katalog: Die Bestände der Kirchenbibliotheken aus  Teschendorf, Hanstorf, Recknitz, Bellin-Zehna, Polchow, Kirch Mulsow, Zarrentin und Malchin wurden inzwischen bereits katalogisiert und sind damit im Regionalkatalog und im Gemeinsamen Verbundkatalog GVK recherchierbar. Die umfangreicheren Bestände der Kirchenbibliotheken Friedland, Kloster Malchow, Lübz und Jördenstorf sind noch nicht erschlossen.

Musikalien und Gelegenheitsschriften

Musikalien

Die Musikaliensammlung enthält ca. 950Musik-Handschriften und ca. 220Musik-Drucke vom 15. bis zum 19. Jahrhundert: Zeugnisse des Spätmittelalters sind drei liturgische Handschriften, zahlreiche als Einbandmakulatur erhaltene liturgische Fragmente und das Rostocker Liederbuch, eine Sammlung studentischen Liedgutes aus dem Umkreis einer norddeutschen Universität. Neben wertvollen Lautentabulaturen ist überwiegend geistliche Vokalmusik der Renaissance in Stimmbüchern aus der Bibliothek des Herzogs Johann Albrecht I. (1525-1576) erhalten. Instrumentale Kammermusik des Barock - in Stimmenabschriften - geht zurück auf den Erbprinzen Friedrich Ludwig von Württemberg-Stuttgart (1698-1731). Italienische, französische und deutsche Gesangsliteratur (Arien, Lieder, Kantaten, Oratorien, Opern) ist handschriftlich überliefert in der Sammlung der Herzogin Luise Friederike von Mecklenburg-Schwerin (1722-1791). Gelegenheitskompositionen von Rostocker Kirchenmusikern aus dem 17. Jahrhundert sind in der Sammlung Familienpapiere der Universitätsbibliothek erhalten. Klavier- und Gesangsliteratur des 19. Jahrhunderts stammt aus Nachlässen Rostocker Familien und der Rostocker Singakademie.

Im Jahr 2003 überreichte Herr Günther Pistor der Universitätsbibliothek Rostock den kompositorischen Nachlass seines Vaters Carlfriedrich Pistor (1884-1969) als Geschenk. Dieser Nachlass umfasst zahlreiche Autographen und Kopien von Kompositionen des Musikers, bestehend aus Liedern, Kantaten, Opern und instrumentaler Kammermusik. Nachlassverzeichnis

Kataloge: Die Musikhandschriften ab 1600 sind durch das RISM erfasst, jedoch online (Bibliothekssigel: D-ROu) erst teilweise recherchierbar. Die gedruckte Ausgabe des RISM, Reihe A/I für Musikdrucke vor 1800 sowie Kataloge für weitere Bestandsgruppen sind in der Abteilung einzusehen. Zum Bestand des 18. Jahrhunderts siehe insbesondere Krüger, Ekkehard: Die Musikaliensammlungen des Erbprinzen Friedrich Ludwig von Württemberg-Stuttgart und der Herzogin Luise Friederike von Mecklenburg-Schwerin in der Universitätsbibliothek Rostock. Beeskow 2006, Bd. 1-2,1/2. Musikdrucke wurden bis 1990 im Musikalienkatalog nachgewiesen, sind jedoch häufig bereits im Katalog erfasst.

Für umfassende Informationen zum Rostocker Liederbuch siehe DARL.

Familienpapiere und Leichenpredigten

Die Bestandsgruppe mit einem Umfang von insgesamt bis zu ca. 50.000 Stücken - inklusive Dubletten - umfasst personale Gelegenheitsschriften in gedruckter und handschriftlicher Form. Schwerpunkt des Bestandes sind Leichenpredigten und genealogische Akten einerseits zu Angehörigen der Rostocker Universität (Sammlung UB), andererseits zu mecklenburgischen Adelsfamilien (Sammlung LB: ehemals Bestand der Bibliothek der Ritter- und Landschaft Rostock, kurz Landesbibliothek Rostock genannt). Weitere Leichenpredigten befinden sich im allgemeinen Buchbestand.

Kataloge: Folgende Verzeichnisse sind in der Abteilung Sondersammlungen einzusehen: Zu jeder der beiden Sammlungen UB und LB ist ein um 1920 angelegter handschriftlicher alphabetischer Index vorhanden, für den Universitätsbibliotheks-Bestand zusätzlich chronologisch gegliedert. Für den Dienstgebrauch wurde 1996 ein maschinenschriftliches Gesamtregister angelegt. Der Teilbestand der Leichenpredigten und Beerdigungsprogramme beider Sammlungen ist in einem maschinenschriftlichen Verzeichnis zusammengefasst (Waltraut Wienke 1998).

Die Leichenpredigten des allgemeinen Bestandes sowie der Teilbestand der Leichenpredigten und Beerdigungsprogramme im Quartformat des LB-Bestandes sind im GVK sowie im VD16 und VD17 nachgewiesen.

Karten, Porträts und Ansichten

Historische Karten, Ortsansichten und Stadtpläne

Die Sammlung historischer Karten aus dem 16. bis in das 20. Jahrhundert enthält vorwiegend Landkarten und Stadtpläne aus dem norddeutschen Raum. Ein großer Teil gehörte zu den Beständen der früheren "Bibliothek der Mecklenburgischen Ritter und Landschaft". Für die Universitäts- und Landesgeschichte von besonderer Bedeutung sind Karten, die von den Rostocker Rektoren Eilhard Lubinus (1565–1621) und Johann Lauremberg (1590–1658) erstellt wurden. Lubinus erlangte Berühmtheit durch seine großformatige Karte Pommerns, Lauremberg erstellte die erste fast vollständige Karte des Herzogtums Mecklenburg, die viele Jahrzehnte maßgeblich blieb.

Eine besondere Kostbarkeit ist der Rostocker Große Atlas, der 1664 in den Niederlanden gebunden wurde. Mit einer Höhe von 1,66 m und einer Breite von 2,04 m im aufgeschlagenen Zustand ist der Rostocker Große Atlas nicht nur das größte Buch der Hanse- und Universitätsstadt Rostock, sondern auch das drittgrößte Buch der Welt. An Größe wird er nur noch um 10 cm vom Klencke-Atlas in London (1660) und um 4 cm vom Kurfürsten-Atlas in Berlin (1663/64) übertroffen. Ein Faksimile des Kurfürsten-Atlas liegt im Leseraum der Sondersammlungen zur Einsichtnahme bereit.

Auch die Ansichtensammlung hat ihren Schwerpunkt im regionalen Bereich. Mit der Entwicklung der Lithographie und der nun möglichen massenhaften Anfertigung und Verbreitung von Ortsansichten zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden verstärkt regionale Ansichten durch die Universitätsbibliothek erworben. Für die Stadt Rostock und ganz Mecklenburg bedeutsam sind insbesondere die Lithographien aus der Tiedemannschen Steindruckerei (1828–1920).

Im Jahr 1924 wurde die Ansichtensammlung um einen Teil der ehemaligen "Bibliothek der Mecklenburgischen Ritter- und Landschaft" ergänzt. Ähnlich bedeutsam war im Jahr 1931 der teilweise Erwerb der Städtebildersammlung des Pastors Friedrich Bachmann (1860–1947), dessen Sammlung von Fachleuten als eine der hervorragendsten in Deutschland angesehen wird.

Kataloge: Die Ortsansichten werden derzeit im Regionalkatalog verzeichnet. Zugang bieten weiterhin die Bandkataloge der Sachgruppe Q (Erdkunde, vor allem Qk - Karten und Ql - Pläne und Ansichten). Für die Benutzung der Sammlung wenden Sie sich bitte an die Mitarbeiterinnen der Abteilung Sondersammlungen.

Porträts

Zu der Porträtsammlung zählen rund 5.000 Einzelblätter und Ausschnitte von Bildnissen aus Büchern des 16. bis 20. Jahrhunderts sowie eine Gruppe von Porträtsammelbänden. Die Sammlung enthält neben Darstellungen berühmter Persönlichkeiten auch Porträts von Angehörigen der Rostocker Universität und des mecklenburgischen Herrscherhauses.

Katalog: Der alphabetische Porträtkatalog ist online einzusehen. Für die Benutzung der Sammlung wenden Sie sich bitte an die Mitarbeiterinnen der Abteilung Sondersammlungen.

Link zum Porträtkatalog

Mikroficheeditionen

Drei wichtige Sammlungen historischer Bestände anderer Bibliotheken stehen im Leseraum der Abteilung Sondersammlungen im Volltext auf Mikrofiche zur Verfügung:

Bibliotheca Palatina

Die Bibliotheca Palatina ist seit 1623 ein Teilbestand der Vatikanischen Bibliothek. Die größte protestantische Bibliothek Deutschlands wurde während des Dreißigjährigen Krieges von Maximilian I. von Bayern in Heidelberg beschlagnahmt und Papst Gregor XV. geschenkt. Die Sammlung der Druckschriften der Bibliotheca Palatina (Stampati Palatini) vereinigt wesentliche Werke der wissenschaftlichen und belletristischen Literatur des 16. und frühen 17. Jahrhunderts. Mit 12.000 Eintragungen macht der zur Edition gehörige gedruckte Katalog den Umfang der Bestände deutlich. Verschiedene Register ermöglichen Recherchen z. B. nach Personennamen, Verlegern oder Druckern, Verlags- bzw. Druckorten und Erscheinungsjahren. Durch Konversion des gedruckten Kataloges sind die einzelnen Titel der Edition auch im GVK bzw. im Katalog recherchierbar.

Mehr zur Edition und zur Bibliotheca Palatina auf den Seiten der Universitätsbibliothek Heidelberg.

Flugschriften des 16. Jahrhunderts

Die Mikroficheedition umfasst in zwei Teilen für das frühere (1501-1530) und für das spätere (1531-1600) 16. Jahrhundert mehr als 9.000 deutsche und lateinische Flugschriften, von denen häufig nur wenige Exemplare in verschiedenen Bibliotheken erhalten sind. Beide Teile sind über die Datenbank „Sixteenth Century Pamphlets Online“ des Verlages Brill kostenfrei recherchierbar.

Für Teil 1 liegt zudem bis zum Buchstaben S eine gedruckte Bibliographie vor.

Flugschriftensammlung Gustav Freytag

Die Universitätsbibliothek Frankfurt am Main besitzt mit dieser Sammlung einen hervorragenden Bestand von 6.265 Flugschriften (ca. 100 Inkunabeln, Schwerpunkt 16. Jahrhundert, über 2.000 Titel des 17. Jahrhunderts), der durch einen im Druck und digital verfügbaren Katalog erschlossen ist. 370 Einblattdrucke der Sammlung Freytag sind online zugänglich.

Mehr Informationen zu den Sammlungen von Gustav Freytag auf den Seiten der Universitätsbibliothek Frankfurt am Main.