Das Institut für Biomedizinische Technik (IBMT) der Universitätsmedizin Rostock ist ein Top-Anmelder bei Patenten der Universität Rostock. Das Institut, ansässig in Warnemünde, ist führend im Bereich Implantattechnologie, insbesondere bei der Entwicklung von kleinen Blutgefäßstützen, sogenannten Stents. Das Team forscht u.a. an neuen Stentgenerationen mit extrem feinen Strukturen, auch an bioresorbierbaren Stents, also Stents, die sich nach einer gewissen Zeit im Körper auflösen. Diese können mit einer Nanofaservlies-Struktur ummantelt und mit speziellen Medikamenten beschichtet werden.
Patente und Normen sind zentrale Säulen der strategischen Unternehmensentwicklung, da sie als "harte Faktoren" technologischen Vorsprung sichern, Märkte erschließen und langfristige Wettbewerbsvorteile durch Exklusivität und Kompatibilität schaffen. Das Patent- und Normenzentrum (PNZ) der Universitätsbibliothek Rostock arbeitet von jeher eng mit dem IBMT zusammen.
Um das multidisziplinäre Team von Wissenschafler:innen künftig noch besser in innovativen Forschungsfeldern wie Biokompatibilität, Wirkstofffreisetzung, 3D-Druck und Sensorik unterstützen zu können, haben Patentrechercheur Dr. Erik Schreiber und Normen-Expertin Anke Ruedel sich im IBMT umgeschaut und verschiedene Möglichkeiten der engeren Kooperation aufgezeigt. So könnten die Forschenden künftig frühzeitig über Änderungen häufig benötigter Normen im Bereich Medizintechnik informiert werden.
Auch wird der Bereich Recherche und Lehre von Schutzrechten und Normung in der Ausbildung der Jahr für Jahr 40 angehenden Biomedizintechniker zukünftig eine noch größere Rolle spielen.
Wenn es konkret wird und neueste Erfindungen zum Patent angemeldet werden, kommt die Universität Rostock Service GmbH als zentrale Verwertungs- und Transfergesellschaft ins Spiel. Lars Worm und sein Kollege Dr. Steffen Prignitz kümmern sich darum, dass Patente auf den Markt kommen und versuchen geeignete Kooperationspartner zu vermitteln.
Prof. Niels Grabow und sein Team haben den Mehrwert von Patenten und Normen erkannt. "Wir müssen schneller werden als die Amerikaner es im Moment sind", betont der Direktor des Instituts. Amerikanische Standards (ASTM) seien beispielsweise oft übersichtlicher als deutsche Normen und international von großer Bedeutung, ergänzt Elektrotechniker Dr. Wolfram Schmidt, der selbst in einem DIN-Normenausschuss mitarbeitet.
Text: Ruedel/Worm



