Mit der Veröffentlichung der Forschungsdaten und Software ist das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Projekt nun vollständig abgeschlossen. Die Hybridedition der ‚Künstliken Werltspröke‘ (WS) und des ‚Schönen rimbökelins‘ (RB) widmet sich mittelniederdeutschen Spruchsammlungen, die in acht Ausgaben zwischen 1540 und 1601 in Lübeck und später in Hamburg gedruckt worden sind. Ihnen kommt in der Geschichte der belehrend-unterhaltsamen Texte des deutschen Spätmittelalters eine deutliche Sonderstellung zu.
Das außergewöhnliche, aber kaum erschlossene Textcorpus von 849 Reimpaarsprüchen wurde ediert, übersetzt und kategorisiert. Es ist nun in drei verschiedenen Formaten frei verfügbar:
- Eine Buchausgabe ist nach Themen geordnet und enthält eine ausführliche literatur-, überlieferungs- und forschungsgeschichtliche Einführung. Sie ist beim Schwabe Verlag in der Reihe „Mittelniederdeutsche Bibliothek“ erschienen: https://doi.org/10.31267/978-3-7574-0148-1.
- Eine Webausgabe bietet umfangreiche Such- und Filterfunktionen, sämtliche Transkriptionen sowie digitale Reproduktionen der Überlieferungsträger. Sie ist unter der folgenden persistenten URL erreichbar: https://purl.uni-rostock.de/wsrb/edition.
- Eine Datenpublikation beinhaltet alle zugrunde liegenden TEI-XML-Dateien der Edition, der Transkriptionen und der Web-Einführung sowie die Software zur Generierung der WSRB-Website. Sie ist im Repositorium RosDok veröffentlicht: https://doi.org/10.18453/rosdok_id00004899.
Das Projekt vereint Methoden der Germanistischen Mediävistik, der Niederdeutschen Philologie und der Digital Humanities. Es basierte auf einer Kooperation zwischen dem Institut für Germanistik und der Universitätsbibliothek der Universität Rostock. Beteiligt waren Prof. Dr. Franz-Josef Holznagel, Annika Bostelmann, Hellmut Braun, Prof. Dr. Doreen Brandt, Dr. Anne Gessing, Karsten Labahn und Robert Stephan.
Am 1. Juni wird die WSRB-Edition in der Ringvorlesung „Digital Humanities im Fokus“ vorgestellt: https://www.germanistik.uni-rostock.de/forschung/digital-humanities/rosdh/ringvorlesung/2026/
Kontakt:
Prof. Dr. Franz-Josef Holznagel
Universität Rostock, Institut für Germanistik
franz-josef.holznageluni-rostockde
Karsten Labahn und Robert Stephan
Universitätsbibliothek Rostock
digibib.ubuni-rostockde


